Freitag, 1. Februar 2013

Kindheit anne Ruhr [Gedicht auf Ruhrdeutsch]






Industrielandschaften.
Linolschnitt auf Fotokopie
(die zuvor manuell bearbeitet wurde)

2011



Heute habe ich – mit viel Spaß und Freude – mein Gedicht
Ruhrgebietskindheit in die richtige Sprache übersetzt:






Kindheit anne Ruhr

nee wat denkse eintlich
es war donnich alles schwatz
nich der Mond
und aunich dat Benzin aufe Pfützen
rot wies Blut war der Himmel
übba unsere Westfalenhütte

anne Vormittage scheppertes hell
wenn die Kerle mitti Schüppen
die Kohle in Keller schoben
im Sonnenschein
unser Omma den Eingang fegte
und dann dat weiße Kartoffelpüree
zum Kassler kochte

oder wenn die Ruin ausm Kriech
ma endlich wechgeräumt wurden
und die neuen Ziegel
so lecker rochen
und die Sonnblum inne Schrebbagärtn
schneller gewachsen warn als die Schlacke

da träumte ich vonne rote Lederbuxe
abba die war zu teuer

is aunich so wichtich
wie dat Gefühl
wennde wechmusst
un die Nachbarn zu dir tüsken sagn
mit Trän inne Augn
als fährse in Pütt
un käms nie wieder




M. B., Fassung 2013



Bilder und Text: © Marlies Blauth 








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