Mittwoch, 1. Juli 2020

Gedicht [Visite]












Visite


Dort unten liegt sie:
die weiße Stadt.
Hellgolden fährt dieser Morgen
über die Dächer
makelloser Gedanken.

Wir sagen wenig.
Von der Besucherbrücke
blicken wir in die Zukunft.
Hoffnung? Hier braucht man keine,
erzählt man uns –
sehen Sie doch: Es fehlt an nichts;
in dieser Gemeinde muss man nicht glauben,
weil jeder handelt.
Alles, was stört,
wird sogleich im Keime erstickt
und wird gut:
Wir leben, ohne zu leiden.

Ich denke ein Wort.
Nicht so viel reden,
ermahnt man mich:
Sie wissen ja, es wird aufgezeichnet,
auf pathologische Muster geprüft.
Das müssen wir.

Jeder, der Böses speit,
wird professionell gereinigt.
Wir haben sogar die
Kommunion wieder eingeführt:
Wir impfen sie jedem unter die Haut.
Das ist Gemeinschaft, ist Liebe.
Nach Brot fragen Sie?
Lassen Sie Ihre Portion
von uns errechnen.

Mein Mundschutz ist durchgeschwitzt.
Hier! Ihre Card zurück.
Und ein Mittel gegen den Schmerz.






© Marlies Blauth (Bild und Text)

erschienen in meinem Gedichtband zarte takte …, NordparkVerlag, Wuppertal 2015


























Samstag, 27. Juni 2020

Ein Brief an die Freundin











Liebe Freundin,

wir kennen uns jetzt schon lange, sehr lange.
Als Du mich gestern anriefst, habe ich mich gefreut. Aber dann haben wir uns die ganze Zeit nur über eines unterhalten: Corona.

Ja, das ist das aktuelle Thema, um das wir nicht herumkommen; ich weiß. Egal aus welchem Blickwinkel, es betrifft uns alle. Wahrscheinlich mich sogar mehr als Dich – denn Du bekommst Dein Gehalt weiter, während ich als „Freie“ kaum arbeiten kann und kein Kurzarbeitergeld erhalte. Nicht einmal die mit Pauken und Trompeten angekündigte Soforthilfe für Kulturschaffende habe ich bekommen, obwohl ich alle Kriterien erfülle. Ich bin einfach durchs Raster gefallen. Und dennoch scheine ich fröhlicher und optimistischer zu sein als Du. Aus Deinen Worten sprach nur eines: Angst. Du traust Dich kaum nach draußen, hast sogar Angst, wenn an der frischen Luft – wo die Ansteckungsgefahr, wie man mittlerweile weiß, sehr gering ist – jemand an Dir vorbeiläuft.
In Deiner Stadt, sagst Du, „steigen und steigen die Infektionszahlen“. Oh, denke ich, das klingt schlimm, dann werden wir wohl bald in der Zeitung etwas lesen, über einen neuen Hotspot in Deiner Nähe. Aber dann google ich und sehe, dass man die Infektionen fast an zwei Händen abzählen kann und dass sie aktuell gar nicht steigen, Differenz null heißt es im Bericht aus Eurem Kreis. Ich hoffe, Du hast das auch gesehen und kannst Dich – wenigstens ein bisschen – freuen.

Daran habe ich aber meine Zweifel. Man muss gar nicht zwischen Deine „Zeilen“ hören, um Deine Angst mitzuempfinden. Um ehrlich zu sein: Ich kann diese Verzagtheit kaum aushalten. Ja, auch ich habe Respekt vor diesem Virus. Vor vielen Jahren hatte ich mal eine eigenartige „Sommergrippe“, bei der es mir richtig schlecht ging, ich war zeitweise fast zu schwach, überhaupt zu husten. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich zwei Wochen krank und weitere zwei Wochen kränklich, das Fieber war hoch und meine Kraftlosigkeit schlimm. Das wünscht man niemandem – und auch sich selbst nicht noch einmal. Und einen noch schlimmeren Verlauf sowieso nicht.
Nicht uninteressant zu beobachten war, dass sich von meiner sechsköpfigen Familie nur eine Person angesteckt hat, und das, obwohl ich mittendrin war (wie soll auch eine Quarantäne in einer gemeinsamen Wohnung gehen?). Vier blieben gesund, darunter der Älteste, der damals auch schon so langsam auf das Alter zuging, für das man ein deutlich weniger verlässliches Immunsystem prognostiziert.

Heute gehöre ich selbst dazu. Aber ich glaube, ich hätte in jedem Alter Respekt; als junge Erwachsene hatte ich übrigens ein deutlich fragileres Immunsystem als heute – warum auch immer. Vermutlich lebe ich heute gesünder, ich weiß aber nicht, ob es nur das ist. Ich vertraue diesem Immunsystem, genauso wie ich den Autofahrern vertraue, dass sie mich nicht über den Haufen fahren, sobald ich meine Wohnung verlasse. Natürlich bin ich hier wie dort vorsichtig; so wie ich keine Veranlassung sehe, mich in Menschenmengen zu mischen, überquere ich auch keine Autobahn. Mir kommt es allerdings so vor, als würde jedem, der versucht, so viel „Normalität“ zu leben wie es eben geht, genau das vorgeworfen: Fahrlässigkeit.

Nein. Du kennst mich; ich bin alles andere als ein fahrlässiger Mensch. Eher die Vorsicht auf zwei Beinen – manchmal zum Leidwesen meiner Kinder, die mir tatsächlich immer mal wieder Übervorsicht und Schwarzmalerei vorgeworfen haben.

Da kannten sie allerdings die Podcasts von Christian Drosten noch nicht. Du hörst sie gern; das merkt man.
Wenn Du mir erzählst, dass Du Dir jüngst einen Stapel medizinischer Masken zum Einkaufengehen besorgt hast, knapp sieben Euro fürs Einmalvergnügen, dann sage ich: Deine Angst ist real, ja, aber wenn Du das Einkaufen derart scheust, wie Du mir berichtet hast, warum lässt Du Dir nicht alles, was Du für den Alltag brauchst, liefern? Knapp sechs Euro nimmt REWE dafür, da sparst Du einen Euro und den Maskenmüll. Bei Dir, soweit ich weiß, könnte man die Lieferung sogar „kontaktlos“ hinstellen. So würde ichs machen und dann kein weiteres Wort darüber verlieren. Aber offenbar wolltest Du über Deine Angst sprechen und darüber, wie Du ihr begegnest. Leider mehr schlecht als recht.

Natürlich kannte ich die Drosten-Podcasts schon, sie werden von vielen meiner FreundInnen empfohlen. Ich habe schnell gemerkt, dass sie nichts für mich sind. Heute habe ich mir den vorerst letzten (vor einer Urlaubspause) Nr. 50 angehört, mit dem Fokus auf die Frage, warum ich nichts damit anfangen kann. Erstens: Sie sind viel zu lang. Nicht, weil ich die Zeit nicht hätte (wie gesagt, meine Arbeit ruht derzeit so ziemlich), aber ich sehe mit Staunen, mit wieviel Redundanz er arbeitet. Vor allem aber stört mich die hochemotionale Schiene, auf der er fährt, diese aufgeladene Sprache, bei der ich mich frage, ob sie eigentlich von niemandem analysiert wird:
„… vielleicht besorgniserregend“, „… möglicherweise noch größer“, „… in eine furchtbare Situation hineinlaufen“, „… wir sehen, wie das Virus wiederkommt“, „… zersetzend für das, was unsere große Kraft gewesen ist“ usw. „Ich bin nicht optimistisch“, sagt er, „dass wir in einem Monat noch so eine friedliche Situation haben wie jetzt, was die Epidemietätigkeit angeht; in zwei Monaten, denke ich, werden wir ein Problem haben, wenn wir nicht jetzt wieder alle Alarmsensoren einschalten.“ Ja, genau das tust Du; fast wollte ich schreiben: Genau das tust Du brav. Dein Leben scheint ein einziges Alarmsensorium zu sein. Aber ist das Lebensqualität? Ängstlich zu Hause zu sitzen und sich Schreckensszenarien zu Gemüte zu führen? Überall „das Virus“ zu vermuten, so dass man schier in Desinfektionsmitteln baden müsste?

Irgendwann (lange vor Corona) las ich, eher zufällig im Netz, dass jemand gestorben ist, den ich beruflich kannte. Ich tippte auf Herzinfarkt oder so etwas, weil ich ihn vage – bin keine Medizinerin – als Blutdruckpatienten einschätzte. Nein, es war ganz anders: Er fiel beim Fotografieren in einen Kanal, in dem er ertrank.
Ja, es ist ein Scheißgedanke, dass wir alle so oder anders enden, ich kriege da hin und wieder genausolche Panikminuten wie Du. Aber sollten wir diesen dauerhaft nachgeben? Ich lebe, natürlich, nicht nach dem Motto „nach mir die Sintflut“, dennoch möchte ich ein gewisses Maß Spaß und Freude am Leben haben. Ich schreibe bekanntlich – damit und darüber. „Ein Mutmach-Text und so passend für diese Zeit“ heißt es in einem Kommentar zu einem Gedicht („Die Leisen“) von mir.

Ja, Mutmach-Texte! Die finde ich wichtig. Du weißt, ich bin in der Kirche, sogar seit bald zwanzig Jahren ehrenamtlich aktiv. Gerade sind Zahlen genannt worden, wie viele Austritte es nun wieder gegeben hat (2019). Im Moment kann ich es leider fast nachvollziehen.
Denn wo bleibt das Mutmachen jetzt? Viele meiner kirchlichen Bekannten empfehlen – ausgerechnet – die Drosten-Podcasts. Sind das die „Predigten“ unserer Zeit? Möchten wir das? Hören, wie ein Schreckensszenario aufgebaut wird, immer wieder, immer neu, „eindeutige Anzeichen, dass das Virus wiederkommt“ – um dann, als Lösung, zu erfahren: „Wir haben es in der Hand!“
Nein, haben wir nicht, liebe Kirche. Geschenkt: Wir rennen nicht zu Fuß über die Autobahn. Wir umarmen nicht stürmisch fremde Menschen. Wir meiden Menschenansammlungen. Wir haben „es“ in der Hand, vorsichtig zu sein.  Das ganze „es“ haben wir allerdings nicht in der Hand. Da gibt es eine größere Hand, mit der wir uns irgendwie verbinden müssen. Auch die Nichtreligiösen müssen es schlussendlich. Vielleicht sollte es heißen: können es, dürfen es.

Das Mutmachen und das Gottvertrauen, beides kommt mir ein wenig zu kurz im Moment. Und gibt es – kirchliche – Stimmen gegen diesen unsäglichen „Immunitätspass“? Ich habe noch keine gehört. Das muss nichts heißen, ich lese aber daraus, dass nichts bei mir ankommt, eine seltsame Schüchternheit oder Verzagtheit. Auch wenn Corona im Alltag jedes Einzelnen unübersehbar wirkt, darf es uns doch nicht so dermaßen beherrschen, dass wir nun ständig nach Sündenböcken suchen: Der hält nicht genug Abstand, die trägt keine Maske, und diese da haben keinen Immunitätspass?
Wo soll es hingehen? Machen wir uns schuldig, allein weil wir existieren und damit ein Nährboden für dieses Virus sein könnten? Und je sichtbarer wir Maßnahmen ergreifen, desto mehr Punkte können wir sammeln? Da wird lauthals kundgetan „Ich bleibe zu Hause!“, „Ich habe die App!“, man fühlt sich gut, ein Portrait mit „Mundnasenschutz“ zu posten, den man bisweilen sogar im Auto trägt, allein; da wird gemahnt und gewarnt.
Manche merken kritisch an, dass es noch nie so viele Virologen gab. Ich meine, es ist noch schlimmer: Es gibt wieder Ablassprediger, große und kleine.

Auf solchen Handel werde ich mich nicht einlassen. Ich sehe an Dir, liebe Freundin, dass die Seele nicht aus dem Feuer springt, selbst wenn man die Maßnahmen sogar strenger als angeraten beherzigt; das Angstfeuer, das „Fegefeuer“ im Hier und Jetzt, brennt weiter. Nein, ich möchte nicht bilanzieren müssen, Monate oder Jahre in Angst und Bangigkeit verbracht zu haben.

„Du hast getan, was du konntest. Den Rest überlass jetzt dem lieben Gott“ – so sprach meine Mutter manchmal zu mir, wenn ich unsicher war. So ein kleiner Satz und so viel Mut und Motivation! Wie schön, dass ich diesen Satz überallhin mitnehmen darf.


Auf das Leben!

Es grüßt Dich (und viele andere, auch aus meinem Freundeskreis)

Deine Marlies




















Montag, 22. Juni 2020

Donnerstag, 11. Juni 2020

Wasser











                        Wasser 1 – 4


                        Fotografie und Zeichnung, je 20 cm x 20 cm




















Mittwoch, 10. Juni 2020

Gedicht











Die Leisen
Ich möchte hören
was in den Wind geschrieben ist –
die Leisen singen
von Hoffnung

Die Lauten
die mit Vergänglichkeit spielen
sind nur Instrumente
in einem unkoordinierten Chor:
Der Dirigent kann nicht lesen
behauptet, die Partitur sei ein Fake –
ohne Taktgefühl hämmert er
mit dem Zepter auf seinen Thron

Ich möchte hören
was in den Wind geschrieben ist –
die Leisen singen von Hoffnung
heute und morgen und immer

Wem das Gedicht gefällt, kann hier dafür ein Voting abgeben (leider nur nach Registrierung).
Die Lauten und die Leisen haben im Text je eine doppelte Bedeutung: Lauten befinden sich oftmals auf Stillleben der Renaissance – als Memento mori, als Symbol für die (eigene) Vergänglichkeit. Die Leisen (Einzahl: die Leise) sind deutschsprachige Kirchenlieder des späten Mittelalters, die auf Kyrieeleis endeten: Erbarme dich, Gott. M. B.




Dienstag, 9. Juni 2020

Kurzbesuch in der alten Heimat







Mein Steuerberater wundert sich, lächelt, weil ich immer – also einmal im Jahr – mit dem Bus komme. Er hat nämlich sein Büro ganz in der Nähe meines Elternhauses (in dem längst jemand Anderes wohnt), also knapp 100 Kilometer von meinem aktuellen Wohnort entfernt. Ziemlich aufwändig, das alles.

Diese Fahrt „nach Hause“ genieße ich aber jedesmal, zelebriere sie fast.
Die Sonne scheint auf das Dach des Hauses, in dem meine erste riesengroße Liebe wohnte. Ich winke, in Gedanken oder vielleicht auch ein kleines Bisschen wirklich. Dann, an der nächsten Haltestelle: Aussteigen.
Ein knapper Kilometer Fußweg, ich nehme meine Kamera aus dem Rucksack und entdecke immer wieder neue Perspektiven, die meine Erinnerungen nochmal extra aufwecken – hierhier und hier: Mir wird wieder gegenwärtig, wie wir als Kinder auf Bäume kletterten, Verstecken spielten, ich zum Muttertag mal einen peinlichen krautigen Strauß pflückte (der auch nicht liebevoll gemeint war ...); später dann mit einer Schulfreundin hier spazieren ging und wir uns den ganzen Nachmittag auf Latein unterhalten haben. Oder zu den Partyzeiten: Hier kamen wir morgens um fünf Uhr an, nach einem Fußmarsch von über drei Stunden. Nachts sind alle Katzen grau, aber die Stimmung ist eine besondere. Damals habe ich die erste und einzige Fledermaus in freier Wildbahn gesehen. Und wir haben diskutiert: für oder gegen die Atomkraft, was ist mit der DDR, muss unser Staat sozial(istisch)er werden, geht es nicht überhaupt viel zu ungerecht zu. Ich komme an meiner Konfirmationskirche vorbei, in der ich fürchterlich öde Stunden verbracht habe, die mir wenig später aber eine der schönsten Zeiten meines Lebens ermöglicht hat – durch eine wunderbare, neu gegründete Jugendgruppe. Ganz in der Nähe rauchte ich meine erste (und einzige, halbe) Zigarette: Ich fand sie sehr lecker, sie ist mir sogar gut bekommen. Noch heute bin ich meiner 14-jährigen Altklugheit sehr dankbar: Warum Geld ausgeben, wenn die Eltern doch alles andere Schmackhafte zahlen? Und so blieb ich zeitlebens Nichtraucherin.
Hier wohnte der Klassenkamerad, der bestimmt ADHS hatte; damals noch ganz selten, niemand wusste darüber Bescheid. Dort war ein Mädchen zu Hause, mit dem ich gern befreundet gewesen wäre, das mich aber jahrelang gemobbt hat. Ich glaube, das wurde kräftig unterstützt durch die Eltern – deren Wunschfreunde für ihr Kind was hermachen sollten. Für mich waren es schwere Jahre, aber auch lehrreiche.

Überall in der alten Heimat, vor jeder Haustür, an jedem Weg, Baum und Strauch, sehe ich Pakete mit Geschichten liegen, die man nur öffnen muss. Und das mache ich, wie gesagt, einmal im Jahr – und so gern! Von manchem bin ich immer wieder überwältigt, bei anderem konstatiere ich froh, es ein für allemal abgehakt zu haben. So, wie es wohl allen Menschen geht.

Diesmal beherrscht und verändert Corona sogar meinen alljährlichen Ausflug. Nicht nur, dass er deutlich später stattfinden musste als gewohnt; mein Steuerberater arbeitet nun im Homeoffice, ganz woanders also, so dass mein Wandeln durchs Revier meiner Kinder- und Jugendzeit diesmal flachfällt. Die andere Adresse – wieder mit dem Bus, wieder Lächeln – liegt an einer Straße, wo ich vielleicht zweimal im Leben war.
Aber auch hier liegen Erinnerungsgeschichten.
Ganz in der Nähe wohnte eine meiner Nachhilfeschülerinnen (ich hatte nur einen männlichen Schüler, der war erwachsen und lernte Deutsch als Fremdsprache): Sowohl die wunderbare Zusammenarbeit als auch der sich einstellende Erfolg (Note 2) mag meine Entscheidung angeschubst haben, Lehrerin werden zu wollen: Es machte mir Spaß, Lernstoff so aufzubereiten, dass „man“ ihn kapiert. Und wenn das dann der Fall war, freute ich mich wie eine Schneekönigin. Zwar habe ich letztlich doch nie an einer Schule gearbeitet (sieht man von ein paar kleineren temporären Projekten ab), immerhin aber war ich 21 Jahre lang Lehrbeauftragte an einer Hochschule.

Und dann sehe ich plötzlich die Kirche an meinem Weg! Deren Glasfenster sind von Hilde Hoffmann-Schulte (1937 – 2014) gestaltet, einer Dortmunder Künstlerin. Ich war noch ganz jung, und sie kaufte damals ein Bild von mir. Soooo stolz war ich … und überredete meine Mutter, mit mir jene Kirche anzusehen, weil ich wissen wollte, wie meine Bilderkäuferin arbeitete. Meine Mutter mochte eigentlich keine Kirchenbesichtigungen, aber der längere Spaziergang mit mir reizte sie wohl doch. Und ich fand es Klasse, eine Künstlerin zu kennen, deren Entwürfe so einige Kirchen und andere Gebäude mitprägten.




Natürlich komme ich diesmal nicht hinein in den Kirchenraum. Auch wenn sich manche Öffnungszeiten gebessert haben, so macht spätestens Corona wieder einen Strich durch diese Rechnung. Ich kann nur – mit und ohne Kamera – ein bisschen durch die Buntglasstücke „spieksen“, wobei meine Fotos der Künstlerin natürlich nicht gerecht werden (können). Oder vielleicht doch, ein bisschen jedenfalls – indem wir uns künstlerisch für einen Moment verbinden?
Damals war noch nicht abzusehen, dass auch ich Kirchenräume mitgestalten würde, mit meiner Kunst und von mir kuratierten Wechselausstellungen. So schließen sich Kreise.

Und ich danke jedem, der meiner Biografie ein Mosaiksteinchen zugefügt hat. Viele davon durfte ich in „meiner“ Stadt Dortmund aufsammeln. Meine Kurzbesuche frischen das auf, und ich bin glücklich, alles für einen Moment aufleben zu lassen.


© Marlies Blauth, 2020















Dienstag, 26. Mai 2020

Kleine Ausstellung im Torfhaus / Westfalenpark Dortmund












Kleine Ausstellung in der Galerie Torfhaus, Westfalenpark Dortmund

25. Mai – 1. Juni 2020, geöffnet täglich 11 – 18 Uhr


Marlies Blauth | Landschaften + Florales














Mein liebster Arbeitsplatz