Montag, 12. November 2018

im November ☙ Gedichte ❧ (12)

















flughäfen lungern warten
auf bahnhöfen sind container abgestellt
an wortwaffen klebt zeitgeist
gepäck zündet schwarz
schock zeitung
auf kommentaren wächst schmierige haut
siehst scharf: schreckliche erde











© Marlies Blauth (Bild und Text)


Dieses Gedicht entstand im Rahmen des frapalymo-Projekts 11/2018



Sonntag, 11. November 2018

im November ☙ Gedichte ❧ (11)






Teufelsfigur vor der St. Marienkirche in Lübeck



Paradox


Damit du Bescheid weißt:
ich bin der Zeitgeist!
In alter Zeit war ich allen bekannt.
Nun hab ich mich, Teufel auch!, umgenannt –
bin neuerdings ohne Hörner und Huf –
bleibt noch … mein überaus übler Ruf.

Die Lüge lieb ich in jeder Gestalt,
Hassworte und -gesten und die Gewalt
hau ich als Bot in die Netzwerke rein
und reib mir die teuflischen Hände: fein!
Eins meiner Lieblingsworte ist: ist schuld!
Doch geifer ich gern auch vom Schuldkult.

Ganz genau: du bist superschlau –
kannst stolz sein, sag ich dir, wie ein Pfau;
hast viel geleistet, brauchst einen Orden
(bist leider stets übersehen worden …) –
dann träufel ich Angst in deinen Bregen,
setz alles daran, dich aufzuregen:

Schau in die Stadt, es wird alles immer
verrückter, böser und täglich schlimmer.
Lass deinen Mut auf den Nullpunkt sinken:
nimms Pfefferspray mit zum Kaffeetrinken.
Ich höre dich gerne jammern und klagen,
sehnsuchtsvoll schielen nach alten Tagen –

als alles noch gut war … (dein Blick ist leer)
als Frau noch Frau war und Herr noch Herr –
heut, heulst du, darf man ja gar nichts mehr
politisch korrekt, ätz ich, bitte sehr!
Souffliere dir Genderwahn tief ins Ohr
geh lieber sofort dagegen vor …

Und diese schreckliche Ehe für alle
ist eine seeehr gefährliche Falle:
Woher denn sollen noch Kinder kommen?
Man hat dir damit die Rente genommen …
Ich mahne: Hör auf den Zeitgeist nich‘!
Aber der Zeitgeist, der bin ja ich –















© Marlies Blauth (Text und Foto)


frapalymo-Projekt 11/2018










Samstag, 10. November 2018

im November ☙ Gedichte ❧ (10)














die nacht


trägt schwarz und blau ins land
still wie der fels der see
mir scheint der mond
aufs haar die hand
licht wenn ich schlafen geh














© Marlies Blauth


Dieses Gedicht entstand im Rahmen des frapalymo-Projekts 11/2018





Freitag, 9. November 2018

im November ☙ Gedichte ❧ (9)















Die Nacht war aus Glas
die Sterne, der Mond
das spiegelnde Licht auf den Feldern –

in Scherben zersprang der Moment
als das Auto schräg und
krank sich zerschlängelnd
rasend rasch auf uns zufuhr
und die Frau neben mir
umwarf wie eine Puppe.

Ein Riss im Hirn
und Narben auf unserer Seele –















© Marlies Blauth (Text und Bild)


Dieses Gedicht entstand im Rahmen des frapalymo-Projekts 11/2018









Donnerstag, 8. November 2018

im November ☙ Gedichte ❧ (8)












 Landschaft aus Kohlenstaub, 2018. 40 cm x 80 cm.




Man kann denken
ohne zu hoffen
aber nicht hoffen
ohne zu denken.








(Wenn ich auf dem Markt
ausrechne, was 500 g Möhren kosten,
muss ich nichts hoffen;
wenn ich hoffe, dass es dir besser geht,
muss ich an dich denken)





© Marlies Blauth (Bild und Text)


Dieser Aphorismus entstand im Rahmen des frapalymo-Projekts 11/2018












Mittwoch, 7. November 2018

Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen | Ausstellung










11. November – 2. Dezember


Jahresausstellung 2018 in Schloss Zweibrüggen
52531 Übach-Palenberg, Zweibrüggen 40

Eröffnung Sonntag, 11. November 2018 um 11 Uhr

Brigitte Baldauf • Thomas Bambey • Marlies Blauth • Anica Bücker • Dieter Call • Viorel Chirea • Dieter Crumbiegel • Britta Frechen • Renate Gaisser • Erika Giegla • Annette + Martin Goretzky • Susanne Grytzka • Karin Heissen • Sabine Hey • Michael Heyers • Peter John • Jae-Eun Jung • Ralph von Kaufmann • Ute Köngeter • Hajo Latzel • Laureline Lé • Willi Lemke • Britta Lenk • Bernd Listl • Claudia Maas • Irina Martyshkova • Roswitha Mauckner • Celia Mehnert • Monika Meinold • Hermann-Josef Mispelbaum • Mohammad Mokhtar • Irena Paskali • Kerstin Römhild • Robert Rudigier • Christine Santema • Frithjof Schaebs • Gertrud Schaefer • Elisabeth Schlanstein • Seivers • Gerhard Silber • Etienne van Sloun • Emil Sorge • Mirjana Stein-Arsic • Pia Stojkovic • Kornelia Thümmel • Helene Tschacher • Hans-Peter Vollmer • Christa Walters • Petra Deta Weidemann • Christel Wermuth



Öffnungszeiten: sonntags 11 – 18 Uhr und mittwochs 16 – 20 Uhr







 Marlies Blauth, Kohlestaub-Landschaft 





im November ☙ Gedichte ❧ (7)



















Endlose tausende Treppen-
stufen steigst du hinauf und hinab
im Leben –

weißt du noch?
deine Eltern:
damit du nicht fällst
haben wir für dich ein
Treppenschutzgitter angebracht

bald –
deine Kinder:
damit du nicht fällst
haben wir für dich eine
Altenwohnung gemietet










© Marlies Blauth (Text und Foto)


Dieses Gedicht entstand im Rahmen des frapalymo-Projekts 11/2018