Dienstag, 21. Januar 2014

Gedicht [Abendgedicht]










Abendgedicht


Wenn das Licht dieses Tages langsam
hinter den Dächern verglimmt,
wünsch‘ ich mir oft,
der Wahrheit nahe zu kommen.
Denn sie leuchtet weiter,
fragt nicht nach Tag oder Nacht
sondern immer nach uns.

Auch in den Stunden der Ruhe
streben wir nach Vollendung,
der Traum spricht in seiner Sprache
über die Wahrheit
die in uns ist.
Manchmal schüttet er Hass aus,
deutet an, dass ich daran zerbräche.

So kommt, hoffe ich,
der nächste Tag wie ein Freund,
der mich durch unbekanntes Gelände führt,
wo ich pflücken kann, was ich brauche.
Sollst aber auch selber säen, sagt er,
denn du bist mit dir an allem was ist
beteiligt.


© M. B. 2014







Grundlage war das Fragment eines Abendgebetes:

Lass, wenn des Tages Schein vergeht, deine Wahrheit uns leuchten, geleite uns zur Ruhe der Nacht und vollende dein Werk an uns in Ewigkeit.
getwittert von @majuschi/ 20.1.2014

Heute vor einem Jahr starb meine liebe Freundin, vielleicht wäre sie mit meinem Text ja einverstanden gewesen. 








Kommentare:

Michael Hermann hat gesagt…

Danke liebe Marlies, dass ich Ihr tolles Gedicht - trotz des sehr traurigen Hintergrundes - der Skulptur "Eignungstest" beifügen durfte.

Herzliche Grüße,
Michael

Marlies Blauth hat gesagt…

ich bedanke mich auch!