Freitag, 9. Mai 2014

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Hotelzimmer


Geruch nach Dagewesensein
und ordnungsgemäßer Abreise –
als wären trotz reinlicher Oberfläche
immer noch ein paar Atome übrig
von den verflogenen Ahnen,
die eine Zeitlang diesen Stuhl besaßen
und jenes Bett belegten.

Im Schrank leeres Zirpen
der Metallkleiderbügel.
Erschöpft klingt die Tonart
des Wasserkrans nahe am
umgedrehten Zahnglas.


Überall Spuren,
die unsichtbar sind.





M. B. 2014






Kommentare:

Gabriele Pflug hat gesagt…

es ist etwas tolles, sowohl für auge und herz, das du mir als leser deiner gedichte und betrachter deiner bilder ermöglichst.

ich bin begeistert.

liebe grüße
gabriele

Marlies Blauth hat gesagt…

Liebe Grüße zurück - und danke, es motiviert mich sehr.