Mittwoch, 18. August 2021

Gedicht [Mater Dolorosa]

 






Mater Dolorosa

 

Wenn die Lilien verblühen

werden die Tage länger

Stunde um Stunde.

Mein Schmerz

dich in fremde Hände zu geben

die deinen Körper

berühren bezeichnen

ist endlos.

Wir fliehen – ein sicheres Land

verbirgt uns für eine Zeit

doch wir müssen zurück:

aufhalten lässt du dich nicht

und so sehe ich dich

nach langer Suche

nur noch von ferne.

Aber du bist

in guten Händen –

vorerst

bis die Zeit des Leidens

uns einholt.

Du, seit langem so fremd

bist für mich wieder das Kind

doch mein Schoß ist zu klein

für dich

ich wünschte ein Engel

könnte dich tragen dich trösten

in deiner Einsamkeit.

Und dann sehe ich den Tod

über dir

alles ist schwach

die Welt die Zeit

mein Glaube –

 

bis du ein Wort sagst

es einsinken lässt

in mein Herz.

 

 

 

Text und Bild © Marlies Blauth
















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