Mittwoch, 10. Juni 2020

Gedicht











Die Leisen
Ich möchte hören
was in den Wind geschrieben ist –
die Leisen singen
von Hoffnung

Die Lauten
die mit Vergänglichkeit spielen
sind nur Instrumente
in einem unkoordinierten Chor:
Der Dirigent kann nicht lesen
behauptet, die Partitur sei ein Fake –
ohne Taktgefühl hämmert er
mit dem Zepter auf seinen Thron

Ich möchte hören
was in den Wind geschrieben ist –
die Leisen singen von Hoffnung
heute und morgen und immer

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Die Lauten und die Leisen haben im Text je eine doppelte Bedeutung: Lauten befinden sich oftmals auf Stillleben der Renaissance – als Memento mori, als Symbol für die (eigene) Vergänglichkeit. Die Leisen (Einzahl: die Leise) sind deutschsprachige Kirchenlieder des späten Mittelalters, die auf Kyrieeleis endeten: Erbarme dich, Gott. M. B.




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